Alchemys Nagelpilz. Behandlung, alternative Therapien und Vorbeugung erläutert

Die Behandlung von Nagelpilz ist stark von der Ausprägung abhängig. Im günstigsten Fall ist nur ein einzelner Nagel betroffen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn dieser Nagel nur zu maximal 50 – 70 % betroffen ist. Ist dies der Fall, kann eine lokale Behandlung des betroffenen Nagels das gesamte Problem beheben, noch bevor sich die Infektion ausbreiten kann. Für diese Behandlung steht eine ganze Reihe von Salben und speziellen Nagellacken zur Auswahl. Diese Mittel enthalten Antimykotika, also speziell Pilze abtötende Substanzen. Zu diesen äußerlich anzuwendenden Antimykotika gehören unter anderem Amorolfin, Ciclopirox und Clotrimazol.

nagel

In dem Fall, dass mehrere Nägel betroffen sind, oder der Befall eines einzelnen Nagels deutlich hartnäckiger ist, wird die Behandlung deutlich schwieriger.

Die nun notwendigen Behandlungsmethoden zielen darauf ab möglichst viel vom Nagel zu entfernen um mit ihm auch die Pilze zu entfernen. Hierfür gibt es ebenfalls eine ganze Reihe von Methoden welche mehr oder weniger aufwändig sind.

Eine einfache Möglichkeit ist die Anwendung einer nagelauflösenden bzw. keratolytischen Salbe, zum Beispiel einer solchen auf Harnstoffbasis. Diese Salben lösen das Keratin, also die Nagelsubstanz auf, wobei der Pilz automatisch mit den Abbauprodukten der Nagelsubstanz mit entfernt wird.

Eine weitere Methode ist die Entfernung des Nagels mittels eines LASERs. Hierbei wird die Nagelsubstanz in sehr kleinem Maßstab extrem stark erhitzt und verdampft. Die restliche Nagelsubstanz ist anschließend so dünn, dass eine Behandlung mit Antimykotika deutlich größere Chancen hat zu wirken.

Diese LASER Behandlung wird jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen!

Eine zweite Form von LASER Behandlung gibt es seit etwa 5 Jahren. Dabei wird der Nagel durch einen Erblum LASER mit Infrarotlicht einer Wellenlänge von 1540 nm bestrahlt. Bei Infrarotlicht handelt es sich um Wärmestrahlung. Der Pilz wird dadurch im Nagel denaturiert, also „zerkocht“.

Die vollständige Entfernung eines Nagels wird heute kaum noch praktiziert. Diese Methode löst zwar das Problem am wirkungsvollsten, jedoch führt dies zu anderen Problemen in Folge der Entfernung. Eines der größten Probleme ist die Heilung des betroffenen Zehs. Auch die Regeneration des Nagels erfolgt selten komplikationsfrei und es kann ein anormales Nagelwachstum auftreten. Falls die lokale Behandlung nicht ausreichend sein sollte, müssen Sie diese mit einer systemischen Behandlung vervollständigen. Hierbei nehmen Sie weitere Antimykotika ein. Mit diesen Mitteln unterstützen Sie die oberflächliche Abtötung der Pilze durch Salben und spezielle Nagellacke von außen durch eine Abgabe von Antimykotika aus dem Körper heraus.

Zu den häufig verwendete Antimykotika, die oral aufgenommen werden gehören beispielsweise Terbinafin, Griseofulvin, Fluconazol und Itraconazol.

Da besonders die oral aufgenommenen Antimykotika zunächst durch Ihren Stoffwechsel geleitet und eventuell umgewandelt werden, bevor sie den Pilz erreichen, müssen Sie auf Wechselwirkungen achten und die Anweisungen des Arztes genau befolgen. Da es sich um eine Art von Antibiotika handelt, können die Stoffe im besten Fall unwirksam werden und den Pilz nicht beeinträchtigen, im schlimmsten Fall können die Präparate Ihnen selbst schaden.

Alternative Therapien

Wenn Sie als Betroffener zwar Ihren Nagelpilz behandeln möchten, jedoch nach Möglichkeit auf die „chemische Keule“ verzichten wollen, gibt es eine ganze Reihe von natürlichen Präparaten, sowie Hausmitteln zur Bekämpfung der Pilze.

Da es sich hierbei wieder um rein äußerliche Behandlungsmethoden handelt, wird der Nagel auch hier möglichst tief gehend entfernt. Dies können Sie selber durch vorsichtiges abschleifen mit Nagelfeilen oder anderen Hilfmitteln mit entsprechender Wirkung durchführen. Im Zweifelsfall sollten Sie jedoch eher eine zu dicke Schicht bestehen lassen, als das Nagelbett zu beschädigen. Dies kann zu schweren Komplikationen führen, in Anbetracht derer der Pilz letztendlich das geringere Problem darstellen würde. Da es sich bei dem Pilz um ein Lebewesen handelt, welches für seine Entwicklung angemessene Bedingungen benötigt, zielen Hausmittel darauf ab, ihm diese Bedingungen zu nehmen.

Ein häufiges Mittel sind ätherische Öle. Diese sind in bestimmten Mengen gesundheitsschädlich. Beim Menschen beschränkt sich der Kontakt mit ihnen maximal auf eine Reizung. Der Pilz hingegen kann durch ihren Einfluss jedoch vollständig abgetötet werden.

Welches Öl besonders wirksam oder unwirksam ist, ist jedoch nicht abschließend geklärt. Teebaumöl wird häufig verwendet, genauso wie Produkte auf Pfefferminzbasis. Bei zweiteren wird auch eine gewisse Wirksamkeit dem darin enthaltenen Menthol zugeschrieben. Die Wirksamkeit ist jedoch stark umstritten und in jedem Fall nicht besonders stark ausgeprägt

Wissenschaftlich fundiert ist hingegen die Wirksamkeit von Lavendelöl. Dieses sollten Sie entsprechend bevorzugt verwenden.

Ein weiteres Hausmittel ist Knoblauch. Dieser enthält ebenfalls ätherische Öle, sowie weitere desinfizierend wirkende Substanzen. Da Nagelpilze eine basische Umgebung bevorzugen, kann dieses durch Ansäuerung des Nagels zerstört werden. Hierfür wird Essig oder Apfelessig verwendet. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um das häufigste Haushaltsmittel gegen Nagelpilze.

Ebenfalls häufig vertreten ist Backpulver. Da dieses jedoch selbst basisch ist und somit zumindest den pH-Wert den vom Nagelpilz bevorzugten Bedingungen anpasst, muss die Wirksamkeit angezweifelt werden.

Weitere Mittel sind Bittersalz und das hochgiftige, in Zahncremes enthaltene Fluor.

Ein möglicherweise ebenfalls besonders wirksames und sogar körpereigenes Mittel ist Urin. Urin hat eine nachgewiesene positive Wirkung auf die Zusammensetzung der Mikroorganismen der Füße und wirkt auch antimikrobiell. Bei leichtem Befall können Sie diese Behandlung durchaus probieren, bei fortgeschrittenem und starken Befall ist sie jedoch wirkungslos.

Insgesamt muss darauf hingewiesen werden, dass sämtliche Hausmittel nur eine eingeschränkte nachgewiesene Wirksamkeit haben und die Behandlung nicht in jedem Fall anschlägt. Wenn Sie nach einiger Zeit und mehreren versuchten Behandlungen keine Besserung feststellen, wird Ihnen der Gang zum Arzt nicht erspart bleiben um eine professionelle Behandlung durchführen zu lassen.

Vorbeugung

Da eine wirksame Vorsorge wesentlich besser ist, als eine langwierige Behandlung einer bereits aufgetretenen Nagelpilz Infektion, sollten Sie bemüht sein diese anzustreben.

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Auch Saunagänge können Nagelpilz übertragen. Deswegen gilt es, hier nicht Barfuß zu laufen!

Da viele Seifen und ähnliche Hygieneartikel einen basischen ph-Wert haben, sollten Sie auf spezielle, ph-neutrale Produkte achten. Die gründliche Desinfektion von Socken, Schuhen und allen Gegenständen und Flächen, die mit Ihren Füßen in Berührung kommen, ist ebenfalls notwendig. Im Zweifelsfall bezüglich Durchblutungsproblemen und Diabetes ist der Gang zum Arzt ratsam.

Alchemys Nagelpilz. Symptome und Ursachen erläutert

Bei Nagelpilz handelt es sich um eine Infektion mit verschiedenen Pilzen. Diese werden unter dem Begriff „Dermatophyten“ zusammen gefasst. Dies ist jedoch sprachlich inkorrekt, da das Wort aus dem Griechischen übersetzt „Hautpflanzen“ bedeutet, Pilze jedoch keine Pflanzen sind. Auch der lateinische Begriff Tinea unguium ist ungenau. Unguius bezeichnet zwar die Nägel, jedoch bedeutet Tinea Holzwurm oder Motte.

Onychomykose

Sprachlich korrekt ist der Begriff Onychomykose, welcher auf Deutsch tatsächlich Nagelpilz bedeutet.

Die Onychomykose wird dabei von verschiedenen Schlauchpilzen aus der Familie der Arthrodermataceae verursacht. Dabei handelt es sich genau genommen um die Art Epidermophyton floccosum und mehreren Arten aus der Gattung Trichophyton.

Symptome

Nagelpilz äußert sich in einer Reihe von typischen Symptomen. Dazu zählen:

  • Verlust des Glanzes
  • weiße, gelbliche oder bräunliche Verfärbungen und Flecken
  • Verdickung des Nagels
  • Brüchigkeit und letztlich Zerfall des Nagels

Da der Nagelpilz jedoch mit anderen Erkrankungen verwechselt werden kann, müssen Sie eine genau Diagnose durch einen Arzt vornehmen lassen. Vor allem Schuppenflechten, Juckflechten und Knötchenflechten können auftreten und zu Verwechslungen führen.

Die Erstdiagnose kann vom Arzt sofort durch den mikroskopischen Nachweis des Pilzgeflechts, des so genannten Mycels in einer Probe des Nagels erfolgen. Hierbei ist es jedoch kaum möglich die genaue Art des Pilzes zu bestimmen.

Etwas genauer ist die Zucht des Pilzes im Labor auf einer Zellkultur. Dadurch entwickelt sich der Pilz in seiner vollkommenen natürlichen Form und kann dann bestimmt werden. Diese Methode ist jedoch auch nicht fehlerfrei und dauert darüber hinaus noch mehrere Wochen, bis der Pilz sich ausreichend entwickelt hat.

Die modernste und bei weitem genaueste Methode ist ein genetischer Nachweis. Hierbei wird eine Probe im Labor aufgearbeitet indem das genetische Erbgut des Pilzes isoliert, mittels PCR vervielfältigt und anschließend sequenziert wird. Diese Methode sollte für Ihren Arzt das Mittel seiner Wahl sein, da hier eine sehr geringe Fehlerquote vorliegt. Die genaue Bestimmung der Art, oder der Arten bei einer Mischinfektion, ist unverzichtbar um eine möglichst wirkungsvolle Behandlung durchführen zu können.

Ursachen

Wie schon gesagt, ist die Ursache der Erkrankung eine Pilzinfektion. Damit eine Infektion mit diesen weit verpreiteten Pilzen tatsächlich geschieht, ist eine erhöhte Anfälligkeit notwendig. Dieser Fall kann auftreten bei gesundheitlichen Problemen wie:

  • Stoffwechselerkrankunugen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes mellitus und andere Durchblutungsstörungen
  • schon vorhandene Erkrankungen, die den Fuß oder den Nagel angegriffen haben wie Fußpilz, Schuppenflechte und Ekzeme

Entsprechend diesen Faktoren steigt das Risiko einer Infektion mit dem Alter.

Neben der erhöhten Anfälligkeit, sind auch mikroklimatische Faktoren ausschlaggebend für eine Infektion. Wie die meisten Pilze, wachsen auch Nagelpilze besonders gut unter feuchtwarmen Bedingungen. Dieses Mikroklima herrscht vor allem in unangemessen dicken Socken und Schuhen, in denen die Füße stark schwitzen und wenig frische Luft erhalten. Auch die dicken Textilienschichten tragen zu Infektionen bei, da sich darin Nagelpartikel mit dem Pilz, oder zumindest seine Sporen festsetzen können. Sie sollten parallel zu einer Nagelpilzbehandlung unbedingt auf eine gründliche Säuberung und Desinfektion von Socken und Schuhen achten um sich nicht erneut bei sich selbst anzustecken!

Die Ansteckung im Allgemeinen erfolgt durch direkten Kontakt mit Betroffenen oder über indirekten Kontakt bei dem die Pilze übertragen werden. Dieser Kontakt kann in Schwimmbädern und Saunen erfolgen, sowie über die Nutzung der gleichen Fußbekleidung oder der gleichen Utensilien für Ihre Pediküre. Die Verbreitung von Nagelpilz in Europa betrifft schätzungsweise bis zu 12% der Bevölkerung.